Zur Arbeit der Altarbaufirmen um 1900
Die zeitlich jüngste Firma "Gebrüder Marmon und Blank" übernimmt nach dem Tod des Kunstmalers und Altarbauers Carl Glauners (1916) dessen Werkstatt und führt den Betrieb bis in die fünfziger Jahre weiter. Die Firmenleiter, Franz und Alfons Marmon, stammen aus Sigmaringen, wo sie ein grosses Altarbauunternehmen besitzen. Zusammen mit ihrem einstigen Lehrling, dem aus Langenenslingen gebürtigen Anton Blank (1884-1971), erwerben die Gebrüder Marmon 1908 das Atelier von Altarbauer Johann Nepomuk Neumann in St. Gallen als Filialbetrieb von Sigmaringen, bevor sie es zugunsten der Glaunerschen Werkstatt in Wil aufgeben, selber aber nie in Wil wohnhaft sind. Diese Altarbaufirmen hat man sich als Grosswerkstätten vorzustellen, in denen bei normalem Geschäftsgang etwa 6-12, in Spitzenzeiten bis zu 20 Handwerker beschäftigt sind. Für die Firmen Glauner und Marmon und Blank belegen Arbeiterverzeichnisse die Herkunft der In der Frühzeit des Wiler Altarbaus fehlen derartige Angaben. Hier treten aber deutlich die Leistungen einheimischer Kräfte in den Vordergrund, obwohl auch sie Einflüssen aus dem süddeutschen Raum ausgesetzt sind. |