Respekt vor gewachsenen Strukturen

Holz steht im Mittelpunkt meines Schaffens, Tag für Tag.
Dabei ist das Ringen um gelingende Lösungen für mich mitunter eine recht aufreibende, ja sogar beunruhigende Angelegenheit: Was bringe ich aus dem Holz hervor? Was schält sich aus der Struktur der Hölzer selbst heraus?

Tradition und Technik

Sie merken schon, die romantisch geprägte Seite meiner Arbeit ist kaum zu übersehen. Doch natürlich nutze auch ich moderne Technik und rationelle Arbeitsabläufe, um meine Produkte mit vertretbarem Aufwand und zu einem freundlichen Preis herstellen zu können. Doch bei all dem Wissen, der Technik und dem Know-How, das es zweifelsohne braucht, sind es vor allem die traditionell gewachsenen Strukturen der holzhandwerklichen Formgebungssprachen, die meine Arbeit nähren.

Respekt vor gewachsenen Strukturen

Auch bereits im Holz selbst spiegelt sich ein lebendig gewachsenes Geflecht regionaler Beziehungen und Bezüge: Wetter, Wind und Sonne haben ihm Jahr um Jahr um Jahr ihren Stempel aufgeprägt, Verwachsungen und Wunden bringen mitunter bizarre Strukturen hervor. Generationen von Forstwirten begleiten einen gestandenen Baum bis zu seiner Erntereife. Holz ist so viel mehr als ein "Rohstoff". Der Respekt vor diesen gewachsene Strukturen prägt meine Arbeit.

Handwerk & Intuition: Von der Tiefe der Oberfläche

Tatsächlich passiert es selbst mir mitunter, dass ich ob der im Holzhandwerk eingesetzten Materialien in träumerisches Schwelgen verfalle: Baumrinde, Bienenwachs und Patina, begleitet vom täglichen Schauspiel der Natur hinter den niedrigen Fenstern meiner mehr als 200jährigen Werkstatt.
Sehr im Vordergrund meiner Betrachtung steht hierbei die Oberflächenbeschaffenheit der Materialien.
Ihre Transparenz und Farbigkeit kann so vieles vermitteln: Leichtigkeit, Sattheit, Geschlossenheit, Schwere, aber auch Verletzlichkeit oder Robustheit. Diese künstlerische Seite meines Schaffens ist ein mich reich beschenkender Schatz. Hier sind es vor allem die malerischen Skizzen, die es mir erlauben, ein kleines Stück dieser Lebendigkeit in die tägliche Arbeit hineinzutragen.

Dem Heimischen eine Gestalt geben

Dabei ist es mir wichtig, regional orientiert und nachhaltig zu wirtschaften. Meist arbeite ich mit Holz aus den benachbarten Wäldern, auf alle Fälle vermeide ich es, mit Industrieware aus fernen Ländern zu arbeiten, die so weiten Einzug in den hiesigen Holzhandel gefunden hat.
In meinem Festhalten an Qualitäten, die mir am Herzen liegen, bin ich mitunter vielleicht sogar ein wenig altmodisch – dies aber immer und allein in der Hoffnung, dass wir über diesen Werkstoff und über die aus ihm geschaffenen Dinge für die Natur, die mit allen ihren Formen spricht, sensibilisiert werden können.